Yahoo! startet heute zusammen mit der zertifizierten Feng-Shui-Beraterin Petra Kraut eine fünfteilige, sehr praxisorientierte Serie über die fernöstliche Wohnlehre. Los geht es mit dem Kinderzimmer — eine echte Herausforderung! Schließlich soll Ihr Kind dort ausgelassen spielen, aber auch konzentriert lernen und gut schlafen können.
Tipp 1: Unterstützen Sie die individuelle Schlafposition Ihres Kindes
Kinder spüren schnell, in welchen Räumen sie sich wohl fühlen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Babys in den ersten Wochen und Monaten ihres Lebens intuitiv ihre für sie persönlich günstige Schlafrichtung suchen. Viele Babys drehen sich in der Nacht komplett in die andere Richtung — und das, obwohl die Eltern ihr Kind Abend für Abend wieder „richtig" herum in das Bettchen legen und vielleicht sogar versuchen, diese Schlafposition durch Nestchen oder Handtuchrollen zu fixieren.
„Babys sind noch selbst Meister des Feng Shui. Sie besitzen eine unverfälschte Intuition und wissen ganz genau, welche Schlafrichtung ihnen am besten bekommt", erklärt Feng-Shui-Expertin Petra Kraut. „Schläft Ihr Kind nach seiner individuellen Schlafrichtung, fördern Sie damit nicht nur einen gesunden Schlaf, sondern auch die persönliche Entwicklung Ihres Kindes."
Petra Krauts Rat: „Richten Sie das Babybettchen nach der Schlafrichtung Ihres Kindes aus und nicht umgekehrt! Wenn Ihr Nachwuchs immer wieder quer oder verkehrt herum im Bett liegt, sollten Sie die Position des Bettes dem individuellen Wunsch Ihres Kindes anpassen."
Tipp 2: Unterteilen Sie das Zimmer in drei Zonen: Schlafen, Lernen, Spielen
Ein Kinderzimmer nach Feng-Shui-Kriterien einzurichten ist eine der schwierigsten Aufgaben für einen Feng-Shui-Berater: Hier wird geschlafen, gespielt und gelernt. Jede dieser Tätigkeiten stellt andere Anforderungen an den Raum.
Petra Kraut rät, eine Art „Drei-Zonen-Aufteilung" innerhalb des Raumes zu schaffen und greift dabei auf die Einteilung in „Yin" und „Yang" als einem der ältesten Grundsätze der chinesischen Philosophie zurück. Die praktische Anwendung dieses Prinzips trägt entscheidend zur harmonischen Raumgestaltung bei.
Zone 1: Schlafen ist in der Feng-Shui-Sprache „Yin". Das bedeutet so viel wie dunkel, schattig, passiv und kühl und wird durch das Element „Wasser" symbolisiert. Kreieren Sie für Ihr Kind einen „weichen" Ort der Erholung. Wählen Sie für Bettwäsche & Co. Farben wie Blau, Grau, Schwarz oder Braun. Die Formen und Muster darauf sollten rund und oval sein.
Zone 2: Spielen bedeutet „Yang", und vereint die Attribute hell, sonnig, aktiv und warm und wird durch das Element „Feuer" symbolisiert. Diese Zone sollte unbedingt lichtdurchflutet sein und deshalb am besten in der Nähe des Fensters liegen. Knallige Farben wie Rot und Orange oder Sonnengelb sind an dieser Stelle willkommen.
Zone 3: Lernen ist eine „Yin/Yang"-Tätigkeit. Diese Zone sollte deshalb aktiver und kreativer als der Schlaf-Bereich gestaltet werden, trotzdem aber nicht zu „energiegeladen" wirken. Entscheidend ist hier eine günstige Position des Schreibtisches zu finden (siehe Tipp 4)!
Tipp 3: Schlafen - Stellen Sie das Kopfteil des Bettes an eine feste Wand
Kann Ihr Kind abends im Bett nur schwer zur Ruhe kommen, schläft es schlecht und ist tagsüber müde oder im Gegenteil völlig überdreht? Der Grund könnte sein, dass das Kinderbett zwischen Fenster und Tür steht.
„Ihr Kind liegt wahrscheinlich auf einer Art 'Energie-Autobahn'. Die Atmosphäre rund um das Bett ist viel zu unruhig und aktiv", sagt die Münchner Feng-Shui-Beraterin. „Jedes Kinderzimmer braucht eine ruhige Schlafecke. Das Bett sollte darin geschützt stehen, das bedeutet mit dem Kopfteil an einer festen Wand, am besten mit Blick zu Tür und Fenster. Nur so kann sich Ihr Kind in seinem Bett geborgen fühlen."
Tipp 4: Lernen — Stellen Sie den Schreibtisch mit Blickrichtung in den Raum
In vielen Kinderzimmern steht der Schreibtisch direkt vor dem Fenster. Das Hauptargument hierfür ist der Lichteinfall. Ungünstiger Nebeneffekt: Statt konzentriert zu lernen wird Ihr Kind durch das Geschehen vor dem Fenster abgelenkt. Ebenfalls kontraproduktiv: Ihr Schulkind sitzt mit der Kehrseite zum Raum, dadurch fehlt die Schutzfunktion im Rücken. Sie brauchen sich deshalb nicht zu wundern, wenn Ihr Sprössling auf dem Stuhl permanent hin und her rutscht und sich häufig umdreht.
„Feng Shui bietet einen sehr einfachen Lösungsansatz", erläutert Petra Kraut. „Der Schreibtisch sollte immer so gestellt werden, dass sich hinter dem Rücken Ihres Kindes eine feste Wand oder ein stabiles Regal befindet. Das Licht sollte von der Seite kommen — bei Rechtshändern am besten von links, bei Linkshändern von rechts. Ganz wichtig ist auch, dass Ihr Kind das Zimmer im Blick hat und zur Tür sehen kann!"
Tipp 5: Spielen — Lassen Sie Ihrem Kind Platz für Kreativität
Wichtig ist hier, dass Ihr Kind seinen Freiraum hat. Es braucht Platz, um kreativ zu werden und sich zu bewegen. Zu viel Spielzeug blockiert dabei eher die Fantasie! Setzen Sie in der Spiel-Zone auf viel Licht und knallige Farben.
„Ganz wichtig ist auch ein durchdachtes, praktisches Aufbewahrungssystem", weiß die zertifizierte Feng-Shui-Beraterin. „Offene Regale machen ein Zimmer schnell unruhig. Entscheiden Sie sich lieber für geschlossene Schränke und Kommoden. Wer bereits offene Regale gekauft hat, kann daraus mit Boxen und Körben ein eigenes, geschlossenes Ordnungssystem kreieren."
Tipp 6: Passen Sie das Zimmer der Entwicklung Ihres Kindes an
Ein Kinderzimmer sollte alle zwei bis drei Jahre umgestaltet und damit der Entwicklung des Kindes angepasst werden. Das bedeutet nicht zwangsweise, alle Möbel zu erneuern. Oft reicht es Farben zu verändern und die Deko anzupassen.
„Sortieren Sie vor allem auch in regelmäßigen Abständen Spielsachen aus, für die Ihr Kind zu alt geworden ist. Sie verstopfen nur unnötig den Raum", rät Petra Kraut.
Bei älteren Kindern weicht die Spielzone einer Kommunikationsecke. Wichtig ist dann eine bequeme Sitzgelegenheit für viele anregende Gespräche mit Freunden. Ebenso wie im Spielbereich passen hier aktive, knallige Farben wie Rot und Orange.
Gut zu wissen: Die schnellen Feng Shui-Tipps
1. Sonnige, warme Zimmer — zum Beispiel Räume, die Richtung Süden ausgerichtet sind, sollten Sie lieber in zarten Pastellfarben einrichten, um den richtigen Ausgleich zwischen der von der Natur aus gegebenen Atmosphäre und der Einrichtung zu schaffen.
2. Dunkle, kühlere Räume — zum Beispiel Zimmer Richtung Norden — sollten Sie entsprechend besser in warmen, kräftigen Farben einrichten.
3. Sorgen Sie für ein gutes Lichtkonzept! Die Spielfläche sollten Sie hell beleuchten, mit Nachttisch- und Schreibtischlampen schaffen Sie punktuell Helligkeit. Verwenden Sie als Schreibtischlampe besser eine Tageslichtlampe.
4. Achten Sie auf Elektrosmog (z. B. durch Stereoanlage, PC und Fernseher) im Jugendzimmer! Ein Netzfreischalter kann die Stromzufuhr unterbrechen und für ein gesünderes Schlafklima sorgen.
5. Verzichten Sie auf stark gemusterte Teppiche oder Vorhänge! Zusammen mit buntem, kleinteiligem Spielzeug wirkt der Raum schnell unruhig. Um eine Reizüberflutung zu vermeiden, sollten Boden und Wände harmonisch und einheitlich gestaltet werden.
6. Ist Ihr Kind vom Wesen her eher aktiv und unruhig? Dann verzichten Sie lieber auf Rottöne. Die bessere Wahl sind Pastelltöne in Grün, Gelb oder Hellblau.
7. Hände weg von Hochbetten mit integriertem Schreibtisch! Diese platzsparende Kombination ist aus Feng-Shui-Sicht eher kritisch. Schlafen bedeutet nach Feng Shui „nach unten gerichtet". Im Hochbett schläft Ihr Kind oben und somit schwebend. Es kommt nicht zur Ruhe. Hinzu kommt der Einfluss von unten, vom Lernen. Muss Ihr Kind unter dem Bett lernen, ist es eingeschränkt und kann seine Ideen nicht frei entfalten. Müdigkeit, Desinteresse und mangelnde Kreativität können die Folgen sein.
Mit unseren Tipps können Sie bereits viel für ein harmonisches Wohngefühl im Kinderzimmer tun. Wer sein Kind allerdings mit Hilfe von Feng Shui ganz gezielt fördern möchte, sollte eine ganzheitliche individuelle Raumanalyse vornehmen lassen.
In zwei Wochen folgen unsere Tipps zum Thema „Feng Shui im Schlafzimmer": Wie kommen Sie in Ihrem Schlafzimmer zur Ruhe und können Kraft und Energie für den nächsten Tag tanken?
Unsere Expertin Petra Kraut ist international zertifizierte Feng-Shui-Beraterin mit einem Büro für Raumanalyse in München. Mehr Infos unter
www.raumfuellen.de.